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 Mein Mann leidet an PTBS

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Cepo
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BeitragThema: Mein Mann leidet an PTBS    Do 11 Jul 2013 - 8:16

Hallo alle miteinander

Ich bin neu hier und bin mit meinem Wissen am Ende.

Mein Mann hatte keine schöne Kindheit. Sein Vater, starker Alkoholiker, der seine Frau und die Kinder schlug, dann kam noch der Krieg in Kroatien. Er verbrachte die ganze Kriegszeit mehrheitlich im Schutzkeller, wenn es mal tagsüber ruhig war ging er nach draussen um zu spielen. Obwohl er nur ein Kind war, wurde er von Heckenschützen unter Beschuss genommen, die Gegenseite richtete gezielt Granaten auf spielende Kinder. Dabei wurde auch er mal von einem Splitter getroffen, die Überreste arbeiten sich nach so vielen Jahren immer noch aus seinem Körper.
Lange wusste ich nichts von seinem Problem, er konnte es gut verheimlichen. Erst nach dem ersten Albtraum gestand er mir seine Krankheit.

Zudem ist er Alkoholiker, er war lange Zeit Abstinent und es ging ihm relativ gut. Nun hat er wieder angefangen zu trinken und sein Verhalten hat sich komplett zum negativen geändert. Er ist respektlos, frech, beleidigend, droht mir, nimmt keine Rücksicht auf mich, ist nicht konfliktfähig, rennt vor Problemen buchstäblich davon etc.

Während seinen Albträumen schlägt er um sich, hat mich fast mal bewusstlos gewürgt und wenn ich ihn "sanft" wecke, ist er desorientiert und weiss nicht wer ich bin.

Seit bald drei Jahren mache ich das mit und bin nun selber beim Psychiater gelandet, da es mir so mies geht. Wegen seines Verhaltens haben wir uns schon mal für 7 Monate getrennt, wobei ich ihn finanziell unterstützte.

Leider sieht er nicht ein, dass er krank ist und dringend seine Alkoholsucht und seine PTBS behandeln lassen müsste. Nun ist er in die Ferien vorgefahren und meldet sich nicht bei mir, er ist auch nicht erreichbar. Ich habe ihm vor einem Jahr klar mitgeteilt, dass er keine weitere Chance erhält wenn er wieder mit dem Saufen beginnt. Meiner Meinung nach glaubt er mir nicht. Ich weiss, dass ich Co-Abhängig bin und dass mich eine solche Beziehung umbringen kann. Er versucht mich zu manipulieren wo es nur geht. Z.B. dass er mich verlässt, dass er sich umbringen wird etc.

Meine Therapeutin hat ihn kennengelernt und ihre Diagnose: dissoziative Persönlichkeitsstörung.

Wenn er sich helfen lassen würde, gäbe es eine Rettung für unsere Beziehung oder soll ich mich von ihm trennen? Bin total überfordert, liebe ihn ja eigentlich, nur während seinen schlechten Phasen hasse ich ihn. Kann mir jemand Rat geben?
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zerbrechlich
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BeitragThema: Re: Mein Mann leidet an PTBS    Do 11 Jul 2013 - 8:23

willkommen von uns.


hm du schreibst, deine Therapeutin hat eine dissoziative Störung diagnostiziert.

wir haben selbst eine, aber was du beschreibst, kennen wir von uns selbst garnicht.
hatte sie deinen Mann denn richtig zur Diagnostik da?

_________________
Liebe Grüße

von zerbrechlich katze
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Cepo
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BeitragThema: Re: Mein Mann leidet an PTBS    Do 11 Jul 2013 - 8:37

Sie hatte ein langes Gespräch mit ihm. Habe mich im Internet schlau gemacht und einiges trifft auch auf ihn zu. Und das schwierige ist ja, seine Krankheit genau zu diagnostizieren, da er sich mit Händen und Füssen wehrt. In Kroatien sind die Psychiater noch im Mittelalter und dort wird man einfach so eingewiesen. Vor dem hat mein Mann grosse Angst. In der Schweiz ist das fast nicht möglich, da herrschen strenge Vorschriften und trotzdem meint er, er sei intelligenter als jeder Psycho-Doktor und will sich nicht mal ambulant helfen lassen. Das einzige was ich weiss ist, dass ich so nicht mehr mit ihm leben kann. Und gleichzeitig habe ich ein schlechtes Gewissen, wenn ich ihn wie eine heisse Kartoffel fallen lassen würde. Er hat kein Selbstvertauen oder Selbstbewustsein. Mir ist auch klar, dass er den Alk braucht um vor den Erinnerungen davon laufen zu können. Nur schadet er nicht nur sich selbst, sondern auch mir. Er ist so labil, dass er keine Anstellung längere Zeit halten kann.
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autschi
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BeitragThema: Re: Mein Mann leidet an PTBS    Do 11 Jul 2013 - 8:49

liebe cepo,

schwer dir was zu raten in deiner situation.
ich persönlich könnte ein solches beziehungsszenario nicht durchstehen ... keine drei wochen und ich wäre weg oder würde ausflippen ...
ich mag und vertrag aber auch keinen umgang mit menschen, die mich manipulieren oder unter druck setzen mit was auch immer ....
da streike ich schon bei weniger nahestehenden personen absolut!

aber bei euch gab es ja bereits andere zeiten zuvor und ihr habt eine jahrelange beziehung/ehe geführt, die scheinbar doch normal verlief, bis der alkohol ins spiel kam. - da ist ja alles anders! - alkoholkrankheit scheidet in meinem leben ebenfalls aus, da ich es nicht zulassen kann, wenn jmd sich neben mir kaputt macht und auch nicht dass ein alkoholisierter mensch mich doof anmacht, egal ob aggro oder dumm ....
nur dass ich bei aggro unter alk sofort die klapppe halte und warten kann auf die nüchternheit, bevor die leviten gelesen werden!

alkoholisierte menschen sind doof und besonders doof wenn sie auch noch psych. krank sind und den alkohol somit überhaupt gar nicht vertragen können.

lass dir niemals (!) von jmd mit selbstmord drohen, möchte ich wütend schreien, wenn ich lese, wie er dich damit fertig macht .... das geht gar nicht!
hab mal nen mann so angebrüllt, der mir mit selbstmord drohte da ich seine verheimlichte heroinabhängigkeit nicht ertug und schluss machte ......
hab ihn gefragt, ob er es ertragen könnte, wenn ich nur neben ihm liege und ihn küsse, weil er mich erpresst hat ................ und was er mir denn noch alles antun würde, um seine sucht zu verteidigen ........ boah war ich sauer!
- denn einer hat es mal geschafft, mich mit sechzehn auf die tour ein paar tage länger zu behalten und ich erinnere mich bis heute, wie widerwärtig und fies das war!
seither bringt mich sowas auf die palme bis dorthinaus ... und damit käme keiner jemals mehr bei mir durch .... niemals ... nicht mal, wenn er es tatsächlich ernst meint! - und das meine ich ernst!

.......... der junkey wurde ganz still und hat sich später bei mir entschuldigt für so dummes gelaber und seine erpressungsversuche.

alkohol ist ein beziehungskiller wie kein zweiter .... immer .... auch bei co-abhängigkeiten sind diese beziehungen zum scheitern verurteil, denn der alkohol bleibt die nummer eins für den abhängigen.
davon musst du deinen mann mal als erstes runterbringen, wenn ihr überhaupt ne chance haben wollt.

finde gut, dass du ne therapie machst .... aber dein mann muss zumindest erst mal auf den alk verzichten lernen ... alles weitere wird sich entwickeln können, aber erst dann ....

einen wirklichen rat kann ich dir nicht geben ... dafür kenne ich euch ja zu wenig.
kann also nur sagen wie es für mich wäre, so wie ich das hier aus deinen zeilen herauslese ....

liebe grüße autschi

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Cepo
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BeitragThema: Re: Mein Mann leidet an PTBS    Do 11 Jul 2013 - 9:05

Liebe Autschi

Du bist völlig im Recht. Wäre es nur der Alk, würde es mir am A... vorbei gehen. Aber seine psychische Erkrankung macht mir eben Angst und verunsichert mich dermassen. Eigentlich wünsche ich mir nur Zufriedenheit und Ruhe und Stabilität. Und das alles kann ich nur ohne ihn erreichen. Hört sich für mich brutal an, ist aber leider Realität. Mein Kopf weiss, welcher Weg der richtige ist. Nur mein Herz ist noch nicht soweit.

Ich war mal eine starke, selbstbewusste Frau, welcher der Boden unter den Füssen weggerissen wurde. Nun bin ich langsam auf dem Weg zum "Durchblick" und hoffe auch auf diesem Weg bleiben zu können.

Liebe Grüsse,

Cepo
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autschi
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BeitragThema: Re: Mein Mann leidet an PTBS    Do 11 Jul 2013 - 9:35

- hm ...
hinter jeder geschwächten frau steht ein noch schwächerer mann .... das kann gut möglich sein, wenn doch der satz -hinter jedem starken mann steht eine starke frau- angeblich auch stimmt.

schade, dass du so unter druck stehst auf deinem weg.

niemand will seinen partner fallen lassen, aber jeder hat auch ein recht auf ein möglichst lebenswertes leben ... und eine partnerschaft muss (!) langfristig von beiden partnern so gepflegt werden, dass das leben lebenwert bleibt.
zurzeit ist dein mann dazu nicht mehr in der lage und das schon sehr lange, wie ich finde.
dass er so uneinsichtig ist, macht es ihm leichter, aber dir nur schwerer.
das ist der alk! - menschen auf alk sind so ...... egozentrisch! - das kommt nicht von der ptbs, sondern von der flucht vor den eigenen gefühlen ...... welche eine authentische antwort verunmöglicht ....
dein mann muss sich den eigenen gefühlen stellen lernen, egal wie schmerzlich und brutal die sind.
gibt leute, die so schmerzen erleiden, dass ärzte ihnen gar zum alkoholismus raten, doch ich glaube nicht, dass dein mann zu diesen menschen gehört, auch wenn er noch splitter aus dem körper rausarbeiten muss.

kriegstrauma ist besonders brutal, denke ich.
vor allem, wenn er noch ein kleiner bub war.
vieles wird er gar nicht erzählen .... manches vielleicht nicht mal erinnern.
aber die angst bleibt und die trauer auch .... und vergrößert sich, wenn er sich nicht der angst und der trauer stellt ...
meine mutter war kriegstraumatisiert - 1933 geboren.
mein vater auch .... 1932 geboren ....
beide sind daran zugrunde gegangen innerlich .... und wir kinder haben mitgelitten.
doch meine mutter hat keinen alkohol getrunken, sich von meinem vater getrennt schweren herzens (sie liebte ihn noch!) und sie hat 20 jahre länger gelebt, sowie alles, was sie noch an kraft geben konnte in uns gesteckt!
dass mein vater allein noch weniger lebensfähig war, das hat sie durch ihre wut und enttäuschung kompensiert, die sie als kranke arbeitsunfähige alleinstehende mutter mit drei kindern zur genüge hatte.
und sie hat seinen tod nicht mal bedauert, als er mit 59 starb .... was mich damals sehr schmerzte und wütend machte, zumal ich ganz allein am grab stand ... ich aber heute ganz anders verstehen kann.


lg autschi

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BeitragThema: Re: Mein Mann leidet an PTBS    Fr 12 Jul 2013 - 1:20

Liebe Cepo,

ich möchte dich nur einmal darauf hinweisen, dass du im öffentlichen Gästebereich schreibst. Ich glaube, es wäre besser, wenn wir dieses Thema in einen geschützten Rahmen verlegen, oder?

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Pain has an element of blank;
It cannot recollect
When it began, or if there were
A day when it was not.

It has no future but itself,
Its infinite realms contain
Its past, enlightened to perceive
New periods of pain.
(Emily Dickinson)
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